Charity Dinner im Hotel Adlon

Selbstgemachtes

Gestern Abend fand im Kempinski Hotel Adlon zum vierten Mal das festliche Benefiz-Dinner für den „Raum der Namen“ im Holocaust-Denkmal statt. Diese Veranstaltung wird jährlich vom Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ ausgerichtet.

Die Schauspielerin und Charity-Botschafterin Iris Berben stellte im Rahmen des Spenden-Dinners die zehntausendste Hör-Biografie vor und erfüllte dem Berliner Pädagoge Mario Levy, der im Jahr 2008 eine Besucheranfrage nach seinem Großvater stellte, einen großen Wunsch.

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Iris Berben und Mario Levy (Bildquelle: http://www.bz-berlin.de)

Die Hör-Biografien machen die Lebens- und Todesgeschichten von jüdischen Holocaust-Opfern sicht- und hörbar. Verbunden war diese Lesung mit einem Spendenaufruf, denn die Produktion jeder neuen Hör-Biografie kostet 60 Euro und wird ausschließlich aus Spendengeldern finanziert.

Die Einnahmen des Spenden-Dinners, die diesem Zweck zugute kommen, beliefen sich auf 50.000 Euro. Die Abendveranstaltung gilt seit einigen Jahren als gesellschaftlicher Höhepunkt der Hauptstadt, zu dem viele Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft erschienen. Einladende waren Prof. Lea Rosh, Vorsitzende vom Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ sowie Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Die traditionelle Tischrede hielt Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

Der Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ stellte an diesem Abend weitere prominente Unterstützer vor: Der Rechtsanwalt und Kultur-Mäzen Prof. Dr. Peter Raue wird sich ebenfalls künftig als offizieller Charity-Botschafter für den „Raum der Namen“ engagieren.

biografie

Die zehntausendste Hör-Biografie im „Raum der Namen“

Arnold Levy wurde am 20. November 1905 in Berlin geboren. Er war 12 Jahre alt, als sein Vater als Soldat im Ersten Weltkrieg starb. Arnold Levy besuchte das Gymnasium, wurde Handelsvertreter und heiratete. 1934 wurde die Ehe geschieden. Er lernte Luise Leubner kennen, die er als Jude jedoch nicht heiraten durfte. Das Paar bekam zwei Kinder. Als die Verfolgung der deutschen Juden durch die Nationalsozialisten immer intensiver wurde, schlug ihm sein Bruder vor, mit ihm nach Palästina auszuwandern. Arnold Levy lehnte ab, weil er seine Familie nicht zurücklassen wollte. 1942 deportierte die SS ihn nach Riga, später nach Kaunas. Von dort wurde er in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, wo er unter grausamen Bedingungen Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten musste. Er starb am 4. Februar 1945 unter unbekannten Umständen. Arnold Levy war 39 Jahre alt.

Spenden Sie für die Erinnerung!

Für den Ausbau des Raum der Namens im Rahmen der Spenden-Kampagne „60 x 6.000“ wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Berliner Volksbank, BLZ: 10090000, Konto: 5456408003, Stichwort: „Denkmal-Namen“. Einfache Spendenmöglichkeiten sind zu finden unter: www.RaumderNamen.com

loveto zeigte sich, wie auch im letzten Jahr, für die gesamte Pressebetreuung verantwortlich.


Autorin: Mareen Wordoff