Wohl so ziemlich jeder hat es mitbekommen: Die private Kreditaffäre um den Bundespräsidenten Wulff und die medialen Folgen.
Wie der Umstand so will, besitzt heutzutage fast jede Person des öffentlichen Lebens eine eigene Facebook Fanpage. Auch Christian Wulff gehört dazu. Der Politiker zählt momentan etwas mehr als 20.000 Fans auf seiner offiziellen Fanpage. Das erscheint ziemlich wenig, im Vergleich zu seiner momentan starken medialen Präsenz. Wir erinnern uns an Guttenberg, dieser schaffte es mit seiner Affäre innerhalb von 48 Stunden auf eine halbe Million.
Seit den letzten drei Postings auf der Wulff-Fanpage sind bis heute mehr als 13.000 Kommentare eingegangen. Nur wenige User halten in ihren Kommentaren zum Bundespräsidenten. Die Mehrzahl der Kommentare sind gespickt mit harten Vorwürfen und Beschimpfungen. Was uns verwundert: Es gibt keine Moderation seitens des Bundespräsidialamtes, es erfolgt keine Sperrung der Kommentarfunktion. User können Herrn Wulff wahrlos ihre Meinung geigen. Es bleibt unklar, wie lange der Shitstorm noch ungeachtet auf der Facebookseite seinen Lauf nimmt. Fest steht, hier besteht dringend Social Media Nachhilfe. Auch auf Twitter sieht es nicht besser aus. Die Leute sind enttäuscht und lassen Dampf ab. Jedoch wird hier eher diskutiert als aggressiv gepostet.
Am Beispiel Wulffs sieht man klar und deutlich, wie wichtig es ist, redaktionellen Einfluss auf Facebook und Twitter zu nehmen. Eine Moderation mit Krisenmanagement ist in solchen Situationen ein absolutes Muss. Das Verhalten der Menschen in den verschiedenen Netzwerken macht deutlich, dass die virtuelle Meinung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wer sie einfach hinnimmt, kann nur verlieren.














